Andreas Krieger
Heidis weitester Stoss

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Ich wollte damals eigentlich die erste Frau in der DDR sein, die 23 Meter stösst. ich wollte viel weiter…«

Besondere Ereignisse aus Andreas‘ Leben

1979

Heidi wird im Alter von 14 Jahren an die Kinder- und Jugendsportschule (KJS) delegiert. Hier beginnt ihre Karriere im DDR-Leistungssport. Nachdem sie die erforderlichen Leistungen erbracht hat, wird sie beim SC Dynamo Berlin im Berliner Sportforum unter strengster Beobachtung auf Medaillenkurs gebracht.


1981

Von ihrem Trainer erhält Heidi zusätzlich zu den Vitamintabletten, die sie vorher schon bekam, die ersten Dopingmittel – ihre „blauen Pillen“. Einen Namen dafür hat sie nicht. Zudem sind sie nicht mehr originalverpackt; Heidis Trainer gibt sie ihr als „unterstützende Mittel“.

1986

Heidi Krieger gewinnt die Goldmedaille bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Stuttgart im Kugelstoßen der Damen. Die Kugel fliegt 21,10 Meter weit!


1989

Die Mauer fällt, der Kalte Krieg geht zu Ende und Heidi ist weiterhin Hochleistungssportlerin. Doch schon zwei Jahre später, im Alter von 26 Jahren, beendet sie ihre leistungssportliche Karriere, da ihr Körper vom dopinggestützten Training kaputt ist.


1995

Die Wende in Heidis Leben: Ein Freund und Kollege führt ihr vor Augen, was mit ihr los ist. Er kann Heidi den Namen nennen, nach dem sie lange gesucht hat: Transsexualität.


1998

Aus Heidi Krieger wird nach drei Jahren endgültig Andreas Krieger. Die Entscheidung, als Mann weiterzuleben, rettet ihm das Leben.


2000

Erst die Dopingprozesse im Jahr 2000 gegen die Verantwortlichen des DDR-Dopings bringen Andreas die schmerzhafte Erkenntnis, dass er jahrelang unwissentlich gedopt wurde.

2002

Andreas heiratet eine Frau, die er zwei Jahre zuvor bei den Doping-Prozessen kennenlernte: „Die Frau ist für mich der Sechser im Lotto mit Zusatzzahl. Ich bin also sehr reich beschenkt worden.“

Themenspezifische Filmausschnitte

Historisch-politische
Einordnung der DDR

Die Sportförderung
in der DDR

Die Rolle des
Trainers

Eine Entscheidung
für’s Leben

Andreas Kriegers
Situation heute


Für den Staat zählte das Kollektiv mehr als der einzelne Mensch.

Die Umsetzung von Parteizielen war meist wichtiger als die Selbstverwirklichung des Einzelnen.

Hintergrundinformationen


Kugelstoßen der Damen: 23 Meter am Ende der 1980er zum Greifen nahe

Beim Kugelstoßen wird eine Metallkugel durch ein explosives Vorstrecken des Armes möglichst weit gestoßen. Die in der Antike bei Wurfwettbewerben genutzten Steine wurden später durch Kanonenkugeln ersetzt,
bis die Maße und Gewichte für die Kugeln 1860 festgelegt wurden. Der erste offizielle Weltrekord der Frauen lag 1924 bei 10,15 Metern. Erst 1977 wurde die entscheidende 22-Meter-Marke geknackt. Weitere zehn Jahre später, 1987,
stellt Natalya Lisovskaya den bis heute bestehenden Weltrekord von 22,63 Meter in Moskau auf. Seitdem hat keine Frau den offiziellen Weltrekord übertreffen können und eine Weite von 23 Metern wurde bisher offiziell nicht erreicht.

Stuttgart 1986: Die erste Leichtathletik-EM in Deutschland

Die Stimmung, die 1986 in Stuttgart während der Europameisterschaft im Neckarstadion herrschte, war grandios und ansteckend. Auch diejenigen, die nicht zu den Siegern gehörten,
wurden von den Fans gefeiert. Im Medaillenspiegel auf Rang eins waren die Athleten der damaligen Sowjetunion – dicht gefolgt von den Athleten der DDR, die sogar genauso viele Goldmedaillen vorweisen konnten wie die Russen.
Im Zeitraum von 1972 bis 1988 dominierten die Athleten der Sowjetunion und der DDR die Olympischen Spiele als Erste und Zweite im Medaillenspiegel.

Die Förderung von Sporttalenten in der DDR

Der Aufbau von Spitzenathleten im DDR-Leistungssport war in einem Stufensystem angelegt (Förderstufe I–III) und beinhaltete einen systematischen Trainingsaufbau vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Zur Talentfindung bzw. als Förderstufe I dienten die Trainingszentren, an denen nach jedem Trainingsjahr die Leistungen der trainierenden Kinder überprüft wurden. Erreichten die Kinder und Jugendlichen die Leistungsvorgaben, wurden sie an eine Kinder- und Jugendsportschule (KJS) „delegiert“.
Die KJS bildeten das entscheidende Scharnier zwischen der Talentsuche an den Trainingszentren und der hochprofessionellen und hochspezialisierten Leistungszentren der Sportclubs, die an der Spitze der Leistungssportpyramide der DDR standen. Nur die leistungsstärksten, talentiertesten und besten Athleten des DDR-Sportfördersystems erhielten eine Delegierung von einer KJS an einen Sportclub, wie zum Beispiel dem SC Dynamo Berlin.


Der Staatsplan 14.25

In der DDR war internationaler Erfolg im Sport ein ausgewiesenes Staatsziel und wurde für die vermeintliche Überlegenheit des Sozialismus instrumentalisiert. Vor diesem Hintergrund befahl das Zentralkomitee der SED den Staatsplan 14.25.
Hinter diesem Staatsplan verbarg sich der Aufbau eines umfassenden Systems sowohl zu organisiertem und gefördertem Doping als auch zur Forschung und Entwicklung von Dopingsubstanzen. Seit 1974 wurde der Staatsplan 14.25 hierarchisch angewendet,
beginnend beim SED-Zentralkomitee über das Nationale Olympische Komitee, den sportmedizinischen Dienst und die Wissenschaft bis hinunter zu den Trainern, sodass minderjährige Sportler Dopingsubstanzen, meist in Form von Pillen, zur Einnahme erhielten.


Ihre Meinung ist gefragt

Wonach bewerten Sie Athleten bei einem sportlichen Großereignis?


Wie viele Weltrekorde sie brechen

30 Personen

Ob sie Ihre persönliche Bestleistung erreichen

85 Personen

Wie fair sie ihren Wettkampf bestreiten

103 Personen
218 Personen haben abgestimmt!

Wie sehen Sie die internationale Chancengleichheit im sportlichen Wettbewerb?

keine
Chancengleichheit
Chancengleichheit
ist gegeben

Ungenügend (1 - 2)

85 Personen

Mangelhaft (3 - 4)

79 Personen

Ausreichend (5 - 6)

20 Personen

Gut (7 - 8)

14 Personen

Sehr gut (9 - 10)

8 Personen
206 Personen haben abgestimmt!
Trainingsfortschritte der Athleten waren keine Erfolge.
Sie waren schlichtweg eingeplant und nichts besonderes.

Haben Sie weitere Fragen?

Wir beantworten gerne Ihre Fragen.


Ihre Frage wird so schnell wie möglich von Andreas Krieger

oder Dominic Müser (NADA – Ressortleiter Prävention) beantwortet.




Informationen zur aktuellen Präventionsarbeit in Deutschland finden

Sie unter www.gemeinsam-gegen-doping.de.


Gemeinsam gegen Doping


Das Präventionsprogramm der NADA bietet spezielle Hilfestellungen

und Informationen für unterschiedliche Zielgruppen.

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